theme-sticky-logo-alt
Welch ein schöner Anblick, die Kopfplatte eines Fender-Basses
24. Dezember 2021
373 mal aufgerufen

E-Bass lernen: Warum DAS dein erstes Instrument sein sollte

Hä, wieso den E-Bass lernen, kann man das nicht auch als Gitarrist? Sicherlich, aber meistens geht damit die falsche Einstellung einher.

Ganz nach dem folgenden Motto erfuhr ich in über acht Jahren Unterricht, was es bedeutet, E-Bass zu lernen. Erfahre jetzt von meinen Erfahrungen.

Ich werde dir erzählen, warum es wertvoll ist, Bass zu spielen, den Besonderheiten des Instruments, auf welche du dich einstellen kannst und welche fahler du beim E-Bass Lernen vermeiden solltest.

„Easy to learn, hard to master.“

Ach ja, wenn du grad keinen Bass zur Hand hast, dann kannst du ja vielleicht eine Gitarre organisieren. Nutze einfach ihre tiefen vier Saiten, um alles, was du gleich über den E-Bass lernen wirst, direkt auszuprobieren. Diese Saiten sind nämlich genau so, wie die einer Bassgitarre gestimmt. Ziehst du nun bald die einzig logische Schlussfolgerung und legst dir selbst einen Bass zu, dann werden diese ersten Versuche bereits nahtlos auf ihn übergehen.

Meine besondere Verbindung mit dem Bass

Ich, wie ich meine erlernten Kentnisse auf dem Bass auf der Bühne einsetze.
© Michael Lahmann 2018

Zu blöd für die Gitarre?

Mit jungen zehn Jahren hielt ich zum ersten Mal eine elektrische Bassgitarre in der Hand. Wie es dazu kam? Nunja, ich würde sagen mich einhielt dasselbe Schicksal wie so manch eines anderen Bassisten. Im Musikunterricht war nach begabten Instrumentalisten gefragt. Da war ich mit meinen anderthalb Jahren Schulgitarrenunterricht natürlich direkt an falscher Stelle. Prompt wurde mir also die schillernde E-Gitarre vor der Nase weggeschnappt, jedoch gab ich nicht auf.

Nur wenige Meter daneben stand der erste E-Bass, den ich je in meinem Leben sah. Begeistert von dem Mammut-Verstärker, welchen sich meine Schule derzeit gönnte, fragte ich also, ob meine bedingten Fähigkeiten nicht ausreichen würde, um auf dieser Idiotenharfe mitzumusizieren.

Sofort spürte ich einen der vielen Vorzüge dieses Instrumentes, nämlich dass es doch recht unbeliebt scheint. Also durfte ich loszupfen. Mir wurde gezeigt, wie die Finger der rechten Hand gemächlich über die Saiten zu laufen haben. Gleichzeitig musste ich jedoch mit aller Kraft mehrere Finger auf das Griffbrett drücken, um das so in Bewegung gesetzte, schwingende Monstrum beherrschen zu können.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Wenn schon Bass, dann aber richtig.

Von nun an übte ich direkt aich fleißig zu Hause auf meiner Akustikgitarre klassische Anfängersongs wie Seven Nation Army von den White Stripes. Es dauerte nicht mehr lange, bis ich den Entschlus fasste, das Spielen des E-Bass zu erlernen, wie manch einer es mit dem Klavier oder Saxofon tut. Glücklicherweise war mein zukünftiger Basslehrer Baggens, ganz begeistert, als er meine Begeisterung für den Bass schon in so jungen Jahren sah.

Bis zu meinem Abitur, gute acht Jahre lang, betrat ich nun also wöchentlich die heiligen Hallen der Musikfabrik Greifswald. In meiner Zeit dort lernte ich anhand von Klassikern wie Fresh von Kool and the Gang, Jazzstandards und moderner Pop-Musik, was es bedeutet Bass zu spielen. Ich lerne, dass es zumeist ein gewisses Mindset ist, welches man als Bassist haben muss, um so richtig zu grooven.

Das Mindset eines Bassisten

„Weniger ist mehr.“

Als angehende*-r Bassist*-in wirst du es lernen, in den Hintergrund zu treten, ohne zu verschwinden. Die meisten Leute achten nämlich nicht bewusst auf den Bass – sie fokussieren sich eher auf die Melodie. Fehlt er aber, so klingt die Musik oft sehr dünn und nur mäßig tanzbar. Mach dir das zu nutze. Pausen und nicht-Spielen sind zwei der leichtesten Stilmittel, welche du von Anfang an in den Spielen einbauen kannst. So wirst du ganz simpel Wow-Effekte bei unter deiner Hörerschaft zum Vorschein bringen.

Deine Aufgabe…

Wie dir sicherlich aus diesem Artikel bekannt ist, setzt sich Musik im Grunde aus drei Teildisziplinen zusammen: Melodie, Harmonie und Rhythmus. Die „Aufgaben“ einzelner Instrumente beim gemeinsamen Musizieren lassen sich nun auch in diese einordnen. Zwar nicht ganz so schön, wie manch ein Mathematiker es gern hätte, aber doch recht gut.

Während der Hörer oft in den Bann der Melodieinstrumente wie Gitarren, Vocals oder eines Pianos gezogen wird, nimmt er Harmonie und Rhytmus eher unterbewusst wahr. Als Bassist bist du das Bindeglied zwischen den Beiden. Deinen Rythmen orientieren sich an den Drums, während die Töne, mit denen du sie bevölkerst, die Ecksteine der Harmonie bilden.

Sollte die Harmonie mal schweigen, so kannst du natürlich auch mal mit tollen Phrasen, die du auf dem E-Bass erlernt hast, glänzen. Jedoch sollten auch diese immer im Einklang mit Rhythmus und Harmonie erklingen, sodass der Hörer weiß, wo er herkommt und wo’s hingeht.

…und wie du sie erfüllen kannst

Auch wenn es anfangs etwas schwer sein mag, auf den dicken Saiten des E-Bass herumzuruschen (zu „sliden„), so würde ich dir wärmstens am Herz legen, diese Technik von Anfang an zu erlernen. Du kannst dann auf einfache Art und Weise eine dramatische Pause am Ende der Strophe beenden und den Chorus einleiten. Immer ganz nach dem Motto „weniger ist mehr“.

Der Rhythmus

Um ein solides Fundament zusammen mit dem Schlagwerk zu bilden, so ist dein Anker die Bassdrum. Wenn du ihren Rhythmus mit dem deinen doppelst, so werden sich die Effekte eurer beiden Instrumente gegenseitig addieren. Achte mal darauf, wenn du das nächste Mal einen dir wohlbekannten Song hörst.

Um das grooven auf dem E-Bass so richtig zu lernen, solltest du auch die Snaredrum nicht aus dem Auge lassen. Fast immer erklingt sie auf den sogenannten Upbeats, d.h. den Zählzeiten zwei und vier. Um ihren abschneidenden Effekt zur voller Geltung zu bringen, solltest du deinen Ton immer genau bis an diese Zählzeiten klingen lassen und dann abdämpfen.

Die Harmonie

Den wahrscheinlich größten Spielraum bietet dir die Harmonie eines Stückes. Es ist sehr leicht, sich in diesem wilden Tondschungel zu verlieren und oft bin auch ich dem zum Opfer gefallen. Beschränke dich daher zunächst auf die Grundtöne der gespielten Akkordfolge. Sie kannst du leicht auf Websiten wie Ultimate Guitar finden.

Am hilfreichsten ist es jedoch, wenn du dir angewöhnst, die Grundtöne ganz alleine rauszuhören. Setze dich einfach mit einem Instrument deiner Wahl hin und fange an Töne zu erzeugen, während du das zu bestimmende Lied im Hintergrund laufen lässt. Verlass dich einfach auf dein Gehör und du wirst merken, wenn ein Ton kaum hörbar unter der Melodie verschwindet. Schreibe dir auf, welcher Ton es war und mach das so lange, bis du für jeden Akkordwechsel den, deiner Meinung nach, richtigen Ton gefunden hast.

Wenn du das machst, wirst du sehr bald ein genaues Gehör entwickeln und dir viele weitere Ausflüge in die Welt der Musiktheorie um einiges erleichtern.

Lass mich dir nun aber zuletzt noch zwei deiner zukünftigen besten Freunde der Harmonielehre vorstellen – die Quinte und die Oktave. Diese zwei Intervalle genannten Tonabstände kannst du mit praktisch jedem Akkord des Alltags spielen. Damit meine ich, dass du mit ihnen kaum bis gar keine Dissonanzen, dass heißt„schlecht“ klingende Töne, erzeugst.

Auf deinem Griffbrett sind sie stets einfach zu finden. Gehe von deinem Grundton zwei Bünde nach rechts und eine Saite nach unten. Voilà die Quinte! Greifst du nun statt einer, zwei Saiten unter und zwei Bünde rechts neben deinem Grundton, so wird seine Oktave erklingen.

Kombiniere nun also Grundtöne, Quinten und Oktaven der, von dir ermittelten, Akkordfolge ganz nach deinem Geschmack mit dem Rhythmus der Bassdrum und du hast deine erste Bassline erschaffen.

Deine Vorteile, wenn du dich entscheidest, E-Bass zu lernen

In Zukunft wird der Bass viele facettenreiche Vorteile kombinieren, die dir auch beim Erlernen anderer Instrumente sehr hilfreich sein werden.

  • Als Bindeglied von Harmonie und Rhythmus wirst du in der Lage sein, „einfach so zu spielen“. Damit meine ich, dass du nicht immer auf vorgefertigte Noten oder Notizen zurückgreifen musst, um die Struktur eines Liedes zu erfassen und mitspielen zu können. Diese Kentnisse lassen sich natürlich auch auf jedem anderen Instrument anwenden.
  • Du wirst gefragt sein. Der Bass ist noch ein wirklicher Underdog unter den Instrumenten, auch wenn er sich praktisch injedem Ensemble oder jeder Band einfügen kann. Wenn du den Leuten erzählst, dass du Bass spielst, werden sie nach deine Entscheidung, ein so oft übersehenes Instrument zu erlernen, bewundern. Die erste gemeinsame Jamsession ist steht dann meist direkt vor der Tür.
  • Der Bass bietet dir einen leichten Einstieg in die Welt der Musik. Du kannst sofort anfangen, deine Lieblingslieder zu begleiten. Im Gegensatz zur Triangel hast du jedoch auch unbegrenzten Spielraum, wenn es darum geht, deine Lieblingstechniken zu verbessern. Nachdem du die Begleitung mit den Fingern erlernt hast, warten Akkorde, das Spiel mit dem Plektrum, Soli und natürlich der Publikumsschlager ohnehin – das Slappen – darauf, von dir erlernt zu werden.

Lust auf mehr, als nur E-Bass lernen, dann lies weiter

Willst du Lieder finden, die leicht auf dem Bass zu erlernen sind und viel Spaß zu spielen machen? Suchst du nach neuer Musik?

Dann trage dich jetzt in die Rauhaus-E-Mail-Liste ein und verpasse keine neuen Beiträge mehr!

5 Kommentare

Antworten

15 49.0138 8.38624 arrow 0 arrow 0 4000 1 0 horizontal https://rauhaus.de 230 0 1